Ausstellung

21. Mai bis 31. Juli 2022 im Clara-Zetkin-Park

MAY TOWN IN ZETKIN PARK

 

Spuren einer Ausstellung – digitale und reale Interventionen von Künstler:innen aus Chile, Deutschland, Italien, Kolumbien, Mexiko, Namibia, Panama, Polen, Tansania, USA 

Leipzig, Clara-Zetkin-Park. Ein Tag im Mai 2022: Karl May steht wahrhaftig vor uns, oder doch virtuell? Noch immer erzählt er am liebsten von fernen Ländern, die er nie selbst gesehen hat. Das holt er nun nach und nimmt uns mit in seine Zeitmaschine. Ein Kubus am Parkeingang ist der Startpunkt für die Reise durch ein digitales Mapping, durch die Vergangenheit der Stadt und die Gegenwart der Welt. Marker an den Bäumen und Plätzen weisen unserem Smartphone den Weg zu digitalen und analogen Kunstobjekten, Aufführungen und Kommentaren von zwölf Künstler:innen aus aller Welt, die sich mit dem kolonialen Erbe Deutschlands beschäftigen. Was uns das heute noch angeht, erzählen sie uns in Echtzeit-Begegnungen – virtuell und direkt.

 

Die digital-analoge Ausstellung orientiert sich an den Spuren von vor 125 Jahren, als der Park für die STIGA, die „Sächsisch-Thüringische Industrie- und Gewerbeausstellung“, angelegt wurde. Mit einem gigantischen Industriepalast, Ausstellungen und allerlei Vergnügungsstätten feierte man den Fortschritt. Und die für real gehaltene Überlegenheit der eigenen Kultur. Im „Ostafrikanischen Dorf“ zeigten „gecastete“ Menschen aus Afrika ihr vermeintliches Leben und vermittelten als unfreiwillige Schauspieler:innen ein exotisches Bild von archaischer Fremde und Rückständigkeit.

 

Der Park wird nun wieder zur Bühne, zum Display für Positionen und Weltsichten und für postkoloniale Perspektiven auf Geschichte und Gegenwart. Zwischen Mai und Juli laden wir zu Erkundungen mit digitalen Formaten und realen Interventionen vor Ort ein. Der Kubus am Parkeingang in der Nähe des Kreisverkehrs/Anton-Bruckner-Allee ist dafür unser Ausgangspunkt.

21 May to 31 July | Clara Zetkin Park

Beteiligte Künstler:innen: Soheil Boroumand, Alberto Bustamante, Johannes Gabriel, Eucaris Guillen, Meigl Hoffmann, Angela Kobelt, Kay Liemann, Salvo Lombardo, Juliana Márquez Villacís, Kenji Paisley-Hortensia, Cristina Rizzo, Lisa Schiller-Witzmann, Pedro Sepúlveda Cruz Coke, Bastian Sistig, Thadeusz Szabo, Isabel Tuemuna Katjavivi

A production by Schaubühne Lindenfels as part of the theme year 2022 „Leipzig – City for Education“ and part of the cultural project „125 Years of STIGA“.